Historie

Das Hotel Hetan Majatalo hat eine langjährige Erfahrung im Tourismus. Die Bewirtung Reisender, die sich in den hohen Norden nach Enontekiö verirrt haben, begann schon im Jahr 1924 als Anna Kreeta und Fredrik Vuontisjärvi beschlossen aus ihrem Haus ein Gasthaus zu machen. Vor den Kriegen, in den 1940ern, war dieser „Frederiks Hügel“ mit einer Tankstelle, einem Postamt, einer Bank, einem Telefon, einem Laden und einem Hotel das Zentrum des Dorfes. All dies wurde im Lappland Krieg (1944 – 1945) zerstört.

Nach den Kriegen war es Zeit für eine neue Generation. Kalle Vuontisjärvi und seine Frau Maija führten die Arbeit von Kalles Eltern fort und bauten das Gasthaus und das Lebensmittelgeschäft wieder auf. Das Majatalo war bis 1955 das letzte offizielle Gasthaus in Finnland. In den 1970ern schlossen Kalle und Maija das Lebensmittelgeschäft und konzentrierten sich auf Reisende.

Das Majatalo wurde berühmt für sein gutes Essen, freundlichen Kundenservice und saubere Zimmer. Dies sind immer noch die wesentlichen Qualitäten des Majatalo.

In den ersten Jahren waren die Besucher hauptsächlich Händler und Naturforscher. Einige der berühmtesten finnischen Persönlichkeiten haben das Hotel Hetan Majatalo in diesen ersten Jahren besucht. Zum Beispiel der finnische Schriftsteller Yrjö Kokko (1903 – 1977) wurde nicht nur wegen seinen Geschichten berühmt, sondern auch durch seine Arbeit um den finnischen Nationalvogel, den Singschwan, zu retten, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fast ausgestorben wäre. Ein anderer berühmter Gast war der finnische Athlet Tapio Rautavaara (1915 – 1979). Er war Olympiasieger im Speerwerfen bei den Olympischen Spielen 1948 in London, Filmstar und einer der beliebtesten finnischen Sänger aller Zeiten. Und ganz zu schweigen von dem finnischen Folksänger Irvin Goodman (1943 – 1991), der in den 1960ern, laut der alten Gastgeberin, plötzlich in der Küchentür erschien während sie Würstchen aus Rentierblut machte, und nach einem Platz zum Schlafen fragte. Später besuchte er oft das Majatalo.

Kalle war der Meister des Geschichten Erzählens. Er erzählte seine Geschichten in seinem eigenen nordfinnischen / lappischen Dialekt und die Gäste liebten es ihm zuzuhören. Maija war in der Küche und arbeitete dort mit großer Kochkunst und viel Herz.

Ende der 1980er war es Zeit für eine dritte Generation. Matti Vuontisjärvi und seine Frau Tuula bauten das Hotel neben dem alten Gasthaus. 2000 wurde dieses erweitert. Leider hatte Matti nicht die Chance das Resultat seiner Arbeit zu genießen. 2002 starb er sehr plötzlich. Heute führen Mattis Frau Tuula und ihre Tochter Tiina die Majatalo Tradition fort. Tuula und Tiina bedienen die Gäste mit großer Freude und Ehre und heutzutage gehört auch Tiinas Verlobter Petri zu der Familie des Gasthauses. Bisher gibt es noch keine Neuigkeiten einer fünften Generation, noch nicht…

Kalle, Matti und Tiina wurden in der Tradition Gäste zu bewirten, geboren und aufgewachsen. In ihren ersten Erinnerungen waren die Gäste des Majatalos beteiligt. Ihre liebe zum Majatalo und diese Art zu leben hat ihnen tolle Erfahrungen und langen Freundschaften gegeben.

Eine der wunderbarsten Freundschaften mit Besuchern ist mit der Gemeinde Käpylä (aus Helsinki), die Majatalo seit 1963 im Februar besuchen. Das Hotel Hetan Majatalo ist das ganze Jahr über jeden Tag 24 Stunden geöffnet.

Neben dem Angebot als Gasthaus, war es immer die Idee des Majatalo die richtige Atmosphäre Lapplands, körperlich und seelisch, anzubieten. Hier treffen sich die Gäste und die Majatalofamilie noch jeden Tag. Sicher zu gehen, dass die Gäste ihre Zeit genießen ist nicht nur eine Verpflichtung um den Traditionen zu folgen; es ist die Lebensweise der Majatalofamilie, die im gleichen Haus wie ihre Gäste wohnt.

Das Geschäftsprinzip und die Lebensweise des Hetan Majatalo ist den Gästen ein unvergleichliches Erlebnis des magischen wirklichen Lapplands zu bieten, damit die Gäste wieder kommen wollen und ihre Freunde mitbringen.


Erinnerungen


Maija und die erste Begegnung mit Irwin Goodman, einem berühmten finnischen Folksänger

„Ich erinnere mich sehr deutlich an einen kalten Tag im Januar in den 1960ern. Ich hatte den ganzen Tag über Würstchen aus Rentierblut gemacht und die Küche war voller Dampf und die Fenster waren weiß vor Frost. Ein Mann kam an die Küchentür und ich erkannte ihn als Irwin Goodman. Er sagte, dass ein Zimmer für sie im Majatalo reserviert sein sollte. Ich hatte in der Zeitung gelesen, dass Irwin ein prachtvolles Leben führt und sich nur in noblen Hotels einquartiert. Ich erklärte ihm, dass dies kein Hotel ist. Aber er sagte er habe ein Zimmer reserviert, was stimmte, deshalb gab ich ihm ein Zimmer im Gasthaus. Sie würden zum ersten Mal hier in Hetta auftreten. Nach dieser Begegnung besuchte uns Irwin oft wieder. Er hat sich immer anständig benommen, er mochte es zu essen und unterhielt sich oft mit Kalle und ging fischen. Wir wurden gute Freunde und sogar als Irwin in Kittilä auftrat, 150km von Hetta, wollte er die Nacht im Majatalo verbringen. Das letzte Mal besuchte er uns wenige Jahre vor seinem Tod. Irwin war ein sehr netter Mann und ein guter Freund.“

 

Ulla-Maijas Sicht auf das Majatalo

Ulla-Maija ist das jüngste Kind von Maija und Kalle und ihre einzige Tochter. „Immer wieder fallen mir Kindheitserinnerungen ein… Ich lebte zu der Zeit als es drei Generationen von uns auf dem Hügel gab. Reetu, meine Großmutter, hatte eine wichtige Rolle als die alte Gastgeberin des Majatalo, während Maija und Kalle, meine Eltern, sich um den Betrieb gekümmert haben. Sie haben uns die Werte der Kundenbedienung beigebracht; das Wohl der Gäste und ihre Bedürfnisse kamen immer zuerst. Deshalb putzte ich den Boden unseres Hauses mindestens einmal die Woche mit einer Scheuerbürste. Das Haus musste sauber sein und das Essen gut. Mein Vater, ein großartiger Unterhaltungskünstler, brachte mir sogar bei wie man ein langsam brennendes Holzfeuer macht. Es musste immer in Feuer in der Lappenhütte sein, egal wie kalt es war oder wie sehr es geschneit hat. Wegen dieser Art die Gäste zu bewirten kommen sie immer wieder. Die langjährigen Beziehungen zu unseren Kunden sind die Pracht des Majatalo. Sie haben uns über die Jahre hinweg oft besucht und wir haben uns mit ihnen angefreundet. Jetzt, wo die Familie von meinem Bruder Matti das Majatalo führt, sehe ich wie die Tradition weitelebt und ich mit meiner eigenen Familie immer noch ein Teil des Lebens auf dem Hügels bin.“

 

Tuula – Von Buchhaltung in die Tourismus Branche

„Am ersten Februar 1989 zog ich dauerhaft nach Hetta um zusammen mit Matti das Majatalo zu bewirten. Fast 25 Jahre sind seitdem vergangen und es ist in der Zwischenzeit viel passiert. Als wir das Hotel gebaut haben, habe ich in der Gemeinde von Inari als Buchhalterin gearbeitet. Aber in den Ferien und an Wochenenden habe ich Matti bei dem Bauprojekt und der Büroarbeit geholfen, während Tiina Zeit mit ihren Großeltern Maija und Kalle verbracht hat. Als das Hotel fertig war begann gerade eine gravierende Rezession in Finnland, die sich schwerwiegend auf den Tourismus in Lappland auswirkte. Aber durch harte Arbeit haben wir es bewerkstelligen können und dadurch auch erst richtig festgestellt, wie wichtig uns unsere Stammkunden waren. Die Erweiterung des Hotels war notwendig als sich die Bedürfnisse der Gäste änderten und wuchsen. Anstelle von Zimmern für vier Personen wollten die Gäste Zimmer für nur zwei Personen. Wir bauten ein großartiges Hotel für unser Gewerbe aber Matti starb zu früh und viele unser Pläne wurden nie in die Tat umgesetzt.

Matti hatte ein großes Herz, war lustig und definitiv im richtigen Beruf. Wir hatten wunderbare Stunden zusammen und wenn ich darüber nachdenke, denke ich daran wie wichtig es für Matti ist, dass wir den Familienbetrieb weitermachen. Meine Schwiegermutter Maija brachte mir alles bei, wie ich mich ums Kochen kümmere und darum das Haus zu putzen. Von meinem Schwiegervater Kalle bekam ich gute Ratschläge zum Führen des Betriebs und er erzählte mir viele Geschichten über die Vuontisjärvi Familie, Enontekiö und Tourismus in Lappland. Es ist ein sehr gutes Sprichwort, dass die Arbeit den leitet, der sie tut. Jetzt ist es an mir meine Tochter Tiina und meinen baldigen Schwiegersohn Petri zu unterstützen und ich glaube das habe ich gut gemacht. Ich bin sehr froh, dass Tiina sich entschlossen hat in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und ich helfe ihr gerne dabei. Tiina wird eines Tages, wenn sie sich betriebsbereit fühlt, die ganze Verantwortung übernehmen obwohl wir jetzt schon alle Entscheidungen zusammen treffen. Ich trage die ganze Verantwortung des Majatalo aber ich habe auch nichts dagegen die Pflichten einer Großmutter zu übernehmen. Mein Leben ist voll vom Majatalo, aber das genieße ich. Tausend Dank an all unsere Gäste und die wunderschönen Erinnerungen dieser letzten 25 Jahre!“

 

Tiina – dankbar in der vierten Generation

„ Ich bin meinen Eltern, meinen Großeltern und meinen Urgroßeltern sehr dankbar. Ich bin stolz darauf diese Tradition der anderen Generationen weiterzuführen. Früher habe ich immer gesagt, dass ich nie hier im Majatalo bleiben werde, ich wollte Ärztin, Psychologin oder Managerin in einem Altersheim werden. Ich war ein paar Mal für einige Zeit anderswo aber ich bin immer zurückgekommen. Jetzt, als ich gemerkt habe, dass ich gar nichts anderes machen will oder sogar nichts anderes machen kann, bleibe ich endgültig hier. Wir haben die unglaubliche Möglichkeit das Majatalo durch das Hotel, das mein Vater aufgebaut hat, fortzuführen. Papa starb zu früh und unvermittelt, ich glaube dass er auf Mama und mich stolz wäre. Ich glaube wir haben uns den Umständen entsprechen alles so gut gemacht wie wir es konnten.

Ich bin im Majatalo aufgewachsen, umgeben von unseren Gästen. Ich hatte eine beschützte Kindheit mit vielen weiteren Tanten, Onkeln, Großmüttern und Großvätern. Vielleicht bin ich deshalb ein wenig verwöhnt. Ich erinnere mich daran wie ich für stunden mit den Gästen in der Sauna war. Und vor der Sauna hatte ich ein paar Gäste dazu gebracht mit mir Skilaufen zu gehen, für sie zum zweiten Mal an diesem Tag. Ich habe Gäste auch in mein Zimmer eingeladen. Die Zimmer mussten immer eine Menge durchmachen wenn ich eins für mich alleine haben durfte. Der Betrieb und Kundenservice liegen mir durch mein Familienerbe im Blut. Meine Mutter Tuula und mein Verlobter Petri haben diese Fähigkeiten in den Jahren, die sie hier in Hetta verbracht haben, übernommen. Ich hoffe, dass meine eigenen Kinder eines Tages die gleichen Eigenschaften bei sich finden und so wunderbare Momente erleben, wie ich sie erlebte, und wir so eine fünfte Generation hier im Majatalo zu sehen bekommen.

Was könnte es besseres geben? Wir haben nur nette Gäste. Nicht Kunden, Gäste. Eine herrliche Art zu leben! Manchmal ist es sehr hart aber es gibt auch viel an dich zurück. Dank an all unsere Gäste, die dies möglich gemacht haben und hoffentlich auch weiterhin möglich machen werden.“
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